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Kartoffel

NABU/ Helge May

(Solanum tuberosum)

 

Botanik

Die Kartoffelpflanze zählt zu der Familie der Nachtschattengewächse und enthält giftige Alkaloide. Daraus folgt, dass lediglich der unterirdische Teil der Pflanze für den Verzehr geeignet ist. Die oberirdischen bunten Blüten und kleinen Beeren dürfen nicht verzehrt werden. Um Kartoffeln zu vermehren wird eine Saatkartoffel in die Erde gepflanzt und es entwickeln sich abhängig von der Sorte 10-25 neue Kartoffelknollen daraus. Kartoffeln weißen eine große Artenvielfalt auf. Es gibt sie in allen möglichen Farben, Größen, Formen, Reifezeiten und Kocheigenschaften. Kartoffeln sind bei der Bodenwahl sehr anspruchslos und wachsen auf so gut wie jedem Boden. Dabei ist nur wichtig, dass sie es warm haben, mit am besten Kompost gedüngt werden und die Knollen kein Licht abbekommen. Für die Lagerung ist zu beachten, dass die Knollen auf einem holzigen Untergrund gelagert werden sollen und es trocken, kühl, luftig und dunkel mögen. Obst und Gemüsesorten, die nachreifen und so Ethylen produzieren, sollten nicht neben Kartoffeln aufbewahrt werden.

 

Kulturelle Bedeutung

Ursprünglich stammt die Kartoffel aus dem heutigen Peru und galt bereits vor 2000 Jahren bei den Inkas als ein Grundnahrungsmittel. In Deutschland wurde sie erstmals 1588 angebaut und kam vermutlich mit den spanischen Eroberern nach Europa. In den ersten Jahren galt die Kartoffelpflanze als Zierpflanze und wurde in königlichen Gärten gepflanzt ohne über den Genusswert der Kartoffeln Bescheid zu wissen. Erst durch Friedrich den Großen 1740 wurde die Kartoffel als Nahrungsmittel im größeren Stil angebaut. Heut zu Tage zählt die Kartoffel vor allem in Mitteleuropa als Hauptlebensmittel und weltweit werden bis zu 300 Millionen Knollen im Jahr geerntet. In Deutschland ist die Kartoffel auch unter den Namen Erdapfel und Grundbirne vertreten.

 

Nutzen

In der Küche spielt die Kartoffel eine tragende Rolle. Neben den vielen Fertiggerichten, wie Chips, Pommes & Co., gibt es auch zum Selbstzubereiten eine Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten. Diese reichen von Salaten und Aufläufen, über Kartoffelbrei und Folienkartoffeln hin zu Knödeln und Kuchen und finden sich in der Alltagsküche daheim, aber auch in vielen verschiedenen Restaurantstilen wieder. Kartoffeln sind auch Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Ohne Fett und andere energiereiche Komponenten zubereitet, besitzt die Kartoffel wegen ihres hohen Wasser- und geringen Kohlenhydratanteils wenige Kalorien. Auch Vitamine und Mineralien (vor allem größere Mengen an Kalium) sind in der Kartoffel enthalten. Der Eiweißanteil in der Knolle ist zwar sehr gering, jedoch sind Qualität und biologische Wertigkeit sehr hoch. Jedoch werden nicht einmal 25% der angebauten Kartoffeln direkt für den menschlichen Verzehr verwendet. Ein genauso großer Prozentsatz geht in die Stärke- und Alkoholproduktion (z.B. in die Herstellung von Wodka). Von den restlichen 50% werden 10% als Saatkartoffeln wiederverwendet und 40% dienen als Tierfutter für die Nutztiere. Doch auch Heilwirkungen besitzt die Knolle. Sie verfügt über eine entwässernde Wirkung und zählt zu den basischen Lebensmitteln. Der Saft der Kartoffel wird bei saurem Aufstoßen und Sodbrennen eingesetzt und Wickel aus gekochten Kartoffeln helfen bei verspanntem Schulter-Nacken-Bereich, bei Halsschmerzen und Bronchitis bzw. festsitzendem Husten.

Wenn Sie mehr über die Kartoffel erfahren möchten und sich mit anderen Pflanzenliebhabern über praktische Tipps und Erfahrungen austauschen möchten, nehmen Sie doch mal an einem Treffen des Kräuterstammtisches teil. Termine unter Kräuterstammtischtermine oder im Programm.

Quelle:
Felber B. (2010): Kartoffel, Kräuterstammtisch