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Wacholder

(Juniperus communis)

 

Botanik

Wacholder zählt zu den Zypressengewächsen, ist immergrün und weist sehr viele Arten auf. Je nach Art des Wacholders variiert auch seine Form und Größe. Es gibt baumähnlichen Wacholder, Wacholder in Strauchform und als kriechendes Gewächs. Die Pflanze kann ein sehr hohes Alter von bis zu 2000 Jahren erreichen. „Juniperus communis“ ist der typische Wacholder, von dem das Gewürzgut Wacholderbeere stammt.  Botanisch gesehen sind die Beeren des Wacholders Beerenzapfen und keine klassischen Beeren. Sie entstehen durch eine Verschmelzung einzelner Zapfen nach der Befruchtung. Bis die grünen „Beeren“ zu reifen schwarzen „Beeren“ herangereift sind, dauert es 2-3 Jahre. Die reifen „Beeren“ können im Oktober in der Natur geerntet und getrocknet werden. Wacholder ist eine der wenigen Pflanzen, die nicht in Kulturen angebaut wird. Die Blätter des Wacholders hingegen sind graugrüne Nadeln, die eine Länge von ca. 1cm haben, stechen und spitz sind. Die Pflanze blüht bereits zwischen März und Mai, bevor im Anschluss die Befruchtung und Reifung der „Beeren“ einsetzt.


Kulturelle Bedeutung

Dem Wacholder wird die Aufgabe des Wachhalters nachgesagt. Er soll zwischen Leben und Tod vermitteln und verstorbene Seelen einige Zeit in sich beherbergt haben. Auch in Märchen und literarischen Werken spielt der Wacholderbaum eine Rolle, wie in dem Märchen des Machandelbaums und Goethes Faust.

 

Nutzen

Die Wacholderpflanze ist sehr vielseitig verwendbar. Verbrannte Wacholderbestandteile haben eine schützende, reinigende und stärkende Wirkung, weshalb sie sowohl früher als auch heute noch vor Krankheiten und Seuchen schützen sollen. Auch das ätherische Öl, welches aus den Wacholderbeeren und -holz gewonnen wird, wirkt in Duftlampen, Massageölen und Badezusätzen anregend und entspannend. In der Naturheilkunde ist Wacholder ein bedeutendes Mittel zur Blutreinigung, Entschlackung und bei chronischem Rheuma. Die klassische Verwendung der Wacholderbeere erfolgt jedoch in der Küche. Dort werden mit der „Beere“ für Gerichte, wie Sauerkraut, Geflügel, Soßen und Fisch, gewürzt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Wacholderbeeren sehr intensiv in ihrem Aroma sind, vor allem wenn sie vor der Verarbeitung leicht zerdrückt werden. Im Ganzen ohne Druckstellen können Wacholderbeeren bis zu drei Jahren gelagert werden ohne an Aroma und Geschmack zu verlieren.
Neben der Bedeutung als Gewürz ist Wacholder auch ein Hauptbestandteil vieler Schnäpse, wie Gin oder Genever, aber auch Kräuterlikören. Neben Nadeln und Blättern wird auch das Holz des Wacholders z.B. zu Vesperbrettche verarbeitet.    

 

Wenn Sie mehr über Wacholder erfahren möchten und sich mit anderen Pflanzenliebhabern über praktische Tipps und Erfahrungen austauschen möchten, nehmen Sie doch mal an einem Treffen des Kräuterstammtisches teil. Termine unter Kräuterstammtischtermine oder im Programm.

Quelle:
Felber B. (2012): Wacholder, Kräuterstammtisch