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Information und Ausstellung „Virtuelles Wasser“

Während in früheren Jahren Appelle zum Wassersparen erklungen sind, wurde lange ein wesentlicher Aspekt ausgeblendet. Denn nicht der direkt verwendete durchschnittliche tägliche pro Kopfverbrauch von 125 Liter ist entscheidend. Mittlerweile wird dem deutschen Durchschnittsbürger eine tägliche Menge von über 4.000 Litern Wasser zugerechnet. Dabei kommt der geringste Teil tatsächlich aus dem Wasserhahn. Der überwiegende Teil fällt dem sogenannten „Virtuellen Wasser“ zu. Als solches wird Wasser bezeichnet, das zur Erzeugung von Produkten aufgewendet wird. Vieles davon geschieht im Verborgenen beziehungsweise fernab dessen, was sich Verbraucher vorstellen können, wenn sie zum Beispiel ein T-Shirt oder einen Rinderbraten kaufen.

Mit finanzieller Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat das Umweltzentrum und Gartenkultur Fulda e.V. diesbezüglich ein Projekt durchgeführt, um, wie Projektleiterin Ellen Ploß erläutert, diese weitestgehend unbekannte globale Wassernutzung ans Tageslicht zu holen.

Zusammen mit der Vorsitzenden des Umweltzentrums, der Stadtbaurätin Cornelia Zuschke und dem Umweltzentrums-Geschäftsführer, Volker Strauch, stellte Ellen Ploß am vergangenen Mittwoch, den 20. März, die Ergebnisse des Bildungsprojektes der Öffentlichkeit vor. Den etwas sperrigen Projekttitel „Nachhaltige Nutzung der Gewässerressourcen unter besonderer Berücksichtigung des virtuellen Wassers“ haben die Beteiligten auf „Virtuelles Wasser“ herunter gebrochen.

Sichtbares Ergebnis ist eine aus mehreren Texttafeln und interaktiven Exponaten bestehende Ausstellung, die noch bis zum 12. April im Umweltzentrum Fulda zu sehen ist.

Cornelia Zuschke erläuterte in ihrer Eröffnungsrede, es gelte „Wasser ins fühlbare Blickfeld“ zu bringen, denn es sei deutlich „mehr als Wetter und Grundnahrungsmittel“. Die Stadtbaurätin würdigte, die besondere Pionierarbeit durch das Umweltzentrum. Denn laut Volker Strauch handele es sich um die  einzige Wanderausstellung im deutschsprachigen Raum. Neben der dem Thema entsprechend textbetonten Ausstellung sind interaktive Lernstationen entstanden. Gegenstand des geförderten Projekts waren zudem begleitende Vortragsveranstaltungen, Informationsmaterialien und eine kommentierte Literaturliste zum Thema.

Ausstellungsbesucher erfahren mehr darüber, was sich an Wasserverbrauch hinter beispielhaft herausgegriffenen Produkten befindet. So verblüfft die Ausstellung mit der Information, dass zur Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch ganze 15.400 Liter Wasser nötig sind. Hierbei ist der Wasserverbrauch in trockeneren Regionen der Erde höher, wie Ellen Ploß bei der Eröffnungsveranstaltung erläuterte, als bei der Haltung eines Rhöner Weideochsens auf saftiger heimischer Wiese. Zum Vergleich: Zur Herstellung von einem Kilogramm Weizenbrot werden 1.600 Liter Wasser benötigt.

Mit einem Barcode-Scanner lässt sich an einer Station der Ausstellung ein spontan zusammenzustellender Einkaufskorb auf den virtuellen Wasserverbrauch hin durchforsten. Der während der Ausstellungsöffnung beispielhaft gefüllte Korb erwies mit 16.000 Litern eine Verbrauchsmenge von rund 100 Badewannen voll Wasser. Durch gezieltes Herausnehmen und Hinzufügen einzelner Waren kann anschaulich demonstriert werden, wie sich der Verbrauch deutlich senken lässt.

Doch nicht nur bei der Lebensmittelproduktion werden Unmengen Wasser verbraucht. Um ein Baumwoll-T-Shirt zu fertigen, werden durchschnittlich 2.500 Liter Wasser benötigt. Wer auf eines aus Baumwolle aus den USA zurückgreift, sorgt für einen um etwa 1.000 Liter geringeren Wasserverbrauchs als bei Verwendung von Baumwolle aus Usbekistan. Neben dem Herstellerland ist auch die Qualität verbunden mit der Langlebigkeit von Produkten für diesen Aspekt der Umweltbilanz relevant.

Nachdenklich kann stimmen, dass 20.000 Liter Wasser nötig sind, um ein Kilo Kaffee zu erzeugen und 10 Liter für nur ein Blatt Papier. Die Ausstellung verrät, wo Kaffee herkommen sollte, um möglichst wenig Wasser zu verbrauchen und dass Recycling-Papier eine viel zu selten genutzte Alternative darstellt. Denn der Recycling-Anteil des von öffentlichen Verwaltungen verwendeten Papiers liegt laut Ellen Ploß beispielsweise derzeit bei etwa 20 Prozent.

In der Ausstellung zu erfahren ist aber auch, dass neben sogenannten grünem Wasser aus Niederschlag und blauem Wasser aus künstlicher Bewässerung auch in „graues Wasser“ differenziert wird. Letztes ist verunreinigtes, im Zweifel stark mit Chemie belastetes, welches ökologisch deutlich bedenklicher ist, als zum Beispiel Regenwasser, das für den Anbau von Pflanzen verwendet wird. In die Berechnung des virtuellen Verbrauchs eines Produktes fließen Düngemittel und giftige Pflanzenschutzmittel somit gesondert ein. So wird, Ellen Ploß folgend, beim Anbau von Äpfeln in Südtirol ein erheblicher Grauwasseranteil erzeugt. Zwischen den Ernteperioden werden die Apfelbäume zwischen 20 bis 23 Mal chemisch behandelt, was einem Apfelbaum auf einer Streuobstwiese in der Rhön völlig erspart bleibt, der auch nicht künstlich bewässert wird.

Nach dem Aufenthalt im Umweltzentrum bis zum 12. April geht die Ausstellung auf Reisen quer durch Hessen, wer Interesse hat, die Ausstellung in seiner Schule, seinem Unternehmen oder seiner Behörde zu zeigen, kann sich ans Umweltzentrum Fulda wenden.

Flyer zur Ausstellung

 

Rollup-Tafeln

Die 10 Rollup-Tafeln informieren schlaglichtartig über verschiedene Aspekte des Virtuellen Wassers bzw. des Wasserfußabdruckes von Produkten.

 

Ausstellungstafeln 1-4

Ausstellungstafeln 5-7

Ausstellungstafeln 8-10

 

"Virtueller Wasser-Laden"

Der Besucher bekommt nicht die finanziellen Kosten seines Einkaufes sondern die Wasserbilanz für verschiedene Produkte und Sortimente präsentiert und kann diese als Beleg mitnehmen (bestehend aus 

  • einem zerlegbaren Korbregal, das flexibel kombiniert werden kann (aus 3 Elementen á Maße folgen) mit Produktattrappen;
  • einem PC-Schrank (120 h / 60 t / 70 b, Gewicht: 31,5 kg) und
  • der Ausstattung mit PC, Bildschirm, Tastatur, Maus, Scanner und Drucker)

 

Wasserwürfel

Ein 1 m³ großer Würfel, der die Wassermasse verdeutlicht, die etwa zur Produktion von 1 Liter Milch nötig ist (das Objekt ist in einzelne Stangen zerlegbar und mit einem Stoff-Überwurf versehen).

 

Kaffeetisch

Ein Bistro-Tisch, der beim Blick in die Tassen für verschiedene Länder die durchschnittlichen Anteile des grünen, blauen oder grauen Virtuellen Wassers, das für die Herstellung von Kaffee im jeweiligen Land benötigt wird, offenbart (Tischplatten -Durchmesser 70 cm / Tischbeine komplett einklappbar).

 

 

Schneiderpuppen

Zwei Schneiderpuppen mit
a) nachhaltig produzierten Textilien
b) billiger Massenware