Im Rahmen des Projekts werden 8 Hochbeete in der Innenstadt an verschiedenen Orten selbst aufgebaut und mit essbaren Pflanzen (Gemüse, Kräuter, Blumen etc.) bepflanzt, die von allen Stadtbewohner*innen gepflückt und geerntet werden können. Um den Hochbeetaufbau und um die Pflege kümmern sich zivilgesellschaftliche Initiativen und Gruppen, und übernehmen gemeinschaftlich die Verantwortung für das Gießen und den Zustand ihres jeweiligen Hochbeets.

Es stehen bereits Hochbeete am Kronhof, am Luckenberg, auf dem Hochschulcampus und vor dem Welcome In in der Robert Kircherstraße, welche von dem Wohnprojekt Antonius, dem Unverpacktladen, einer Gruppe Studierender und dem Wohnzimmer gepflegt werden. Weitere Hochbeete sollen noch am Luckenberg vor dem Unverpacktladen und in der Bahnhofstraße aufgestellt werden. Die Hochbeete sind aus Europaletten gebaut, welche das Palettenwerk Aloysius Krenzer GmbH und Co. KG aus der Rhön freundlicherweise gespendet hat. Der Großteil der Füllmaterialien wurde durch das Grünflächenamt der Stadt Fulda zur Verfügung gestellt und. Beim Bau wurde komplett auf Plastik verzichtet, da dieses den Pflanzen und letztendlich uns Menschen schadet. Die Hochbeete in der Bahnhofstraße sollen aus Metall mit integrierten Sitzbänken aus Holz gebaut werden, welche voraussichtlich Anfang nächsten Jahres aufgebaut werden. Die Planung dieser Hochbeete geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem BID der Bahnhofstraße und wird von den Eigentümer*innen und Läden finanziell unterstützt. Gemeinsam mit den Auszubildenden und Mitarbeitenden der dort ansässigen Läden werden die Hochbeete mit den Initiativen „Fridays for Future“, „Omas for Future“ sowie „Foodsharing“ bepflanzt und gepflegt. 

Begleitet wird das Projekt mit einer Reihe von Veranstaltungen rund um das Thema Urban Gardening und ökologische Vielfalt. Im Juni fand schon ein Gartentauschflohmarkt im Umweltzentrum statt, und im August gab es einen interaktiven Workshop zum Thema ökologisches und soziales Gärtnern, woraus sich nun die Gruppe „Essbare Stadt Fulda“ gegründet hat. Diese möchte weitere Urban Gardening Projekte in Fulda entwickeln, auch im Hinblick auf die kommende Landesgartenschau 2023. Des Weiteren ist noch ein interaktiver Stadtrundgang rund um die Hochbeete geplant.

 

Die Hochbeete sind ein erster Schritt in Richtung unserer gemeinsamen Vision „Essbare Stadt Fulda“. Sie sind Orte gemeinschaftlichen Gärtnerns und bieten gleichzeitig die Möglichkeit anderen Menschen zu begegnen und wieder mehr in Kontakt mit der Natur zu kommen. Die Hochbeete können somit zum Mitgärtnern, Diskutieren, Ausruhen oder zum Lernen einladen. Die Pflanzen in den Hochbeeten sind praktisch unsere Botschafterinnen für lokale Nahrungsmittelproduktion, regionaler Selbstversorgung und gesunder Ernährung, sowie für eine ökologischen und klimagerechten Stadtentwicklung und den Schutz der Artenvielfalt. Sie sind zusammen mit den Pat*innen der Hochbeete Dialogstarterinnen und schaffen hoffentlich mehr Sensibilität und Bewusstsein rund um die Frage, wie wir in Zukunft vor Ort leben wollen und wie unsere Städte in Zukunft aussehen sollten.

Unser Projekt soll also für mehr Vernetzung, Austausch und Kooperation zwischen Stadtverwaltung, dem Umweltzentrum und den Stadtbewohner*innen fördern und stärken. Denn eine stärkere Zusammenarbeit schafft mehr Resilienz für eine Stadtgesellschaft. Die gemeinschaftliche Pflege um die Hochbeete verkörpert den sozialen Prozess, des Commonings, da hier der Aufbau der Hochbeete und die Pflege der Pflanzen selbstständig und gemeinsam von Bürger*innen organisiert werden und somit die Stadt wieder mehr als interaktiver und gestaltbarer Lebensraum verstanden werden kann.

Der Sommer 2021 ist der Startschuss für die Idee „Essbare Stadt Fulda“. Wir hoffen, dass das Projekt weiterwachsen wird und es irgendwann auch weitere Gemeinschaftsgärten, Blumenwiesen, Baumpflanzungen und auch kommunale Streuobstwiesen in Fulda entstehen werden. Das Projekt lebt von Partizipation und Engagement. Wenn du interessiert bist dich rund um den Bereich Urban Gardening einzubringen, wende dich gerne an uns, über Social Media (essbarestadt.fulda) oder per E-Mail: umwaelzzentrum(at)mailbox.org.

Wir freuen uns auf Dich und deine Ideen!

Werde Teil der Bewegung „Essbare Stadt Fulda“ :)