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Artischocke

(Cynara scolymus)

Botanik

 

Wir kennen die Artischocke  als wohlschmeckende Gemüsespezialität aus dem Mittelmeerraum. Die Artischocke ist eine kräftige, bis 2 m hohe mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler und der Distel sehr ähnlich. Die Pflanze keimt im Spätsommer, entwickelt im Herbst und Winter eine kräftige Blattrosette und bildet im Frühjahr des folgenden Jahres die Stiele mit Blütenständen. Die Pflanzen brauchen mäßige Wärme (20 – 25 °C) und reichlich Wasser. Etwa Mitte August / Anfang September kann man die noch geschlossenen Rosetten zur Verwendung als Gemüse ernten.

Die Blüten reifen ansonsten im Laufe des Sommers zu großen, stattlichen Blütenkörben mit blaulila Röhrenblüten. Sie sehen sehr dekorativ aus und duften auch fein.

Da die Pflanze frostempfindlich ist, empfiehlt sich bei uns eine einjährige Kultur. So erspart man sich den Winterschutz oder das Aus- und Eingraben der Wurzel.

 

Kulturelle Bedeutung

 

Schon bei den Ägyptern war die Artischocke bekannt, Abbildungen an den Grabkammern der Pharaonen zeugen davon.
Auch im antiken Griechenland und Rom war sie eine Gemüsedelikatesse.

 

Nutzen

 

Wenn die Hüllblätter der Blüte noch fest geschlossen sind, sind der Blütenboden und der fleischige Grund der Hüllblätter noch zart. Die Blütenhüllblätter und der Blütenboden zählen zu den Feingemüsen und sie werden gekocht als Gemüse gegessen. Sie sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen (insbes. B-Vitamine, Vitamin E und Calcium, Kalium, Magnesium) und enthalten den Bitterstoff Cynarin, der die Galleproduktion anregt. Im Blütenboden ist reichlich Inulin enthalten, deshalb gilt die Artischocke als "Diabetikergemüse".
Für die Herstellung von Presssäften und arzneilichen Präparaten werden neben den Laubblättern auch die grünen Blütenköpfe verarbeitet. Die Blätter enthalten als Hauptwirkstoff das „Cynarin“, außerdem Flavonoide und Gerbstoffe.Es gibt im Handel Frischpflanzensaft oder Extrakte in Kapsel- oder Drageeform.
Aus den bitteren Pflanzenauszügen wird ein Likörwein hergestellt, der "Cynar".

 

Unterstützung der Verdauung

Die Artischocke bzw. der Presssaft aus Blättern und Blütenknospen steigern die Produktion von Gallesäuren in der Leber und fördern damit die Fettverdauung. Zur Bildung von Gallesäure wird Cholesterin aus dem Blut gebraucht und somit wird gleichzeitig der Serum-Cholesterinspiegel gesenkt.

 

Leberschutz

Die Leber als „Klärwerk des Körpers“ ist u.U. starken Belastungen ausgesetzt. Die leber-unterstützende Wirkung der Artischocke entsteht aufgrund einer vermehrten Durchblutung des Organes und einer Anregung zur Zellteilung. Das führt zu einer verbesserten Ausscheidung von belastenden Stoffen z.B. von Alkohol, Nikotin, Medikamentenwirkstoffen (soz. im Sinne einer Entgiftung) und zu einer verbesserten Leberzellregeneration.

Aus diesem Grund empfiehlt die GfBK (Gesellschaft für biologische Krebsmedizin) Krebs-patienten die Einnahme eines Artischockenpräparates nach einer Chemotherapie, um die aggressiven Nebenwirkungen auf die Leber zu mindern. Eine Reihe von Medikamenten ermöglichen eine gezielte Therapie.

 

Wenn Sie mehr über die Artischocke erfahren möchten und sich mit andern Pflanzenliebhabern über praktische Tipps und Erfahrungen austauschen möchten, nehmen Sie doch mal an einem Treffen des Kräuterstammtisches teil. Termine unter Kräuterstammtischtermine oder im Programm.

 

Quelle:
Felber B. (2019): Artischocke,  Kräuterstammtisch