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Ganz-Zeitlicher Naturschutz

 

"Was, wenn wir eines Morgens aufwachen und realisieren, dass all die Naturschutzbemühungen der letzten dreißig Jahre nur die Hälfte der Geschichte erzählen - die Tagesgeschichte?" 

Travis Longcore & Catherine Rich aus „ecological consequences of artificial night lighting“ (2010)

 

Seit Fulda Im Frühjahr 2019 von der IDA (International Dark-Sky Association) die Auszeichnung zur Sternenstadt bekommen hat, ist das Thema Schutz der Nacht immer präsenter geworden. Das Ökosystem Nacht zeichnet sich besonders durch natürliche Dunkelheit aus, die zur heutigen Zeit durch Lichtverschmutzung bedroht ist. Lichtverschmutzung ist ein relativ neuer Begriff, der zunächst irreführend erscheint, da es nicht das Licht ist, das verschmutzt wird, sondern die natürliche Dunkelheit.

 

Die negativen Auswirkungen von Lichtverschmutzung durch künstliche Beleuchtung auf Menschen, Tiere und Pflanzen sind vielfältig.

 

Das Umweltzentrum will für Lichtverschmutzung sensibilisieren, Faszination für die natürliche Dunkelheit und die Schönheit des Sternenhimmels wecken und umweltgerechte Beleuchtungsalternativen aufzeigen. Gerade im eigenen Haus und Garten gibt es viele Möglichkeiten, selbst einen großen Beitrag zum Schutz der Nacht und damit zum Umwelt-, Arten- und Naturschutz beizutragen und dabei auch noch Energie zu sparen. Alle können in Gärten, Häusern und Gewerbebetrieben aktiv werden. Die schnellste Maßnahme, um umweltbewusst zu beleuchten, ist einfach: Licht ausschalten!

 

 

 

     1. Schutz der Nacht Workshop mit Leuchtensafari

 

Für Schulklassen 10 - 13, FÖJler, Gruppen, Privatpersonen, Interessierte, Hochschüler, Klassenfahrten mit Übernachtung in der Jugendherberge

 

Teilnehmer: 5 - 20

Kosten: 3,- bis 6,- € pro Person

 

 

Nach einer kurzen Einführung in das Thema Lichtverschmutzung, in der die Frage Was ist Lichtverschmutzung? beantwortet wird und die Auswirkungen auf Menschen Tiere und Pflanzen, sowie das ganze Ökosystem Nacht erklärt werden, wird das Projekt AuBe vorgestellt und auf die Umsetzungen der Licht Richtlinie (LiRiLi) Fuldas eingegangen.

Die Teilnehmer können ihr soeben erworbenes Wissen sofort anwenden, um künstliche Beleuchtung zu beurteilen: Auf einer spannenden anschließenden Leuchtensafari um das Umweltzentrum, die optional bis in die Innenstadt bis zum Dom ausgeweitet werden kann, wird das Licht von Straßenlaternen spektroskopisch untersucht, die Himmelshelligkeit durch Apps/Photometer bestimmt oder Leuchtpunkte vermessen. Falls bereits vorhanden können die Musterleuchten am Umweltzentrum analysiert und optional Insektenfänge aus dem Versuchsaufbau des AuBe-Projektes untersucht werden.

 

Am Ende des Workshops fällt es leicht einzuschätzen, was die Stadt, Unternehmen oder sie selbst als Privatpersonen weiterhin gegen den Verlust der Nacht zum Schutz der Umwelt tun können.

 

 

 

      2. AuBe  (Artenschutz durch Umweltverträgliche Beleuchtung)

 

Seit Anfang März 2020 können Spaziergänger sechs Insektenfallen an der Straßenbeleuchtung in den Fuldaauen am Justus-Schneider-Weg entdecken. Es handelt sich hierbei um ein Projekt, dessen Umsetzung im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert wird. Mit den Fallen soll der Einfluss der nächtlichen Straßenbeleuchtung auf Insekten untersucht werden.

Daher auch der Name des Projekts: Artenschutz durch umweltverträgliche Beleuchtung, kurz AuBe.

Im Projekt sollen Insekten mithilfe eines neuen Beleuchtungsdesigns für Laternen geschützt werden.

Durch eine optimierte Leuchtmittelabschirmung soll Streulicht in die Flugbahn und damit der Anziehungseffekt der Leuchten verringert werden. Herkömmliche Leuchten locken Insekten an (Staubsaugereffekt) oder lösen einen sogenannten Verharrungseffekt aus, der bewirkt, dass das Insekt bleibt, wo es ist. Nächtliche Lebensräume von Insekten und anderen Tieren werden durch Lichtbarrieren durchschnitten. Das von Laternen ausgestrahlte Licht soll also nur noch dorthin fallen, wo es auch gebraucht wird: auf Gehwege oder Straßen.

Einmal im Monat zum abnehmenden Halbmond werden die Fallen aktiviert und anschließend die Insekten eingesammelt und bestimmt. Die erste Stichprobe fand in der Nacht vom 15. auf den 16. April 2020 statt. Im Herbst 2021 wird die Hälfte der Beleuchtung durch das neu entwickelte Beleuchtungsdesign ausgetauscht. Es bleiben Streckenabschnitte mit der alten Beleuchtung als Kontrolle erhalten, um einen direkten Vergleich zu ermöglichen.

Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative gegen das durch Lichtverschmutzung hervorgerufene nächtliche Insektensterben, koordiniert durch das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB, Berlin) in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Lichttechnik der TU-Berlin sowie Partnerstädten und Gemeinden in verschiedenen Bundesländern. Fulda nimmt als Sternenstadt neben drei anderen Versuchsorten (Gülpe, Neuglobsow und Krakow am See) teil.

Ein weiteres Ziel des AuBe-Projekts ist, die Umweltbildung im Bereich der heimischen Insektenfauna zu stärken, den Wert der nächtlichen Dunkelheit bewusst zu machen und umweltfreundliche Beleuchtungslösungen zu fördern. Dadurch werden die negativen Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich gehalten. Alle Interessierten sind willkommen, sich am Projekt zu beteiligen. Gemeinsam mit Euch und anderen Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftlern wollen wir den Effekt von künstlichem Licht auf die heimische Insektenfauna in der Nähe von Gewässern untersuchen. In Workshops lernen wir, Insekten zu unterscheiden und ihre Funktion im Ökosystem kennen.

Gemeinsam schätzen und schützen wir die Nacht und die Vielfalt der Insekten.

 

 

Bei Interesse wendet Euch gerne an:

 

Isabell Charis Dittmar (Umweltzentrum & Gartenkultur Fulda e.V.)


E-Mail: Charis.Dittmar@Fulda.de oder kontakt@umweltzentrum-fulda.de

Tel.: 0661/ 102 43 97 oder 0661/ 970 97 90